Fisch 02  
Evangelische Kirchengemeinde
Berlin-Schmöckwitz
 
     12527  Berlin,  Alt-Schmöckwitz   
       

aktualisiert :       

   11.10.2014

Geschichte von Schmöckwitz

 

  • 5000 v. Chr.:  Aus der mittleren Steinzeit wurden Grabreste, Schaber, Messer, Bohrer und Beile gefunden
  • 1800-1200 v. Chr.: In Rauchfangswerder wurde eine frühbronzezeitliche Axt und in
    Karolinenhof (1874) die große Spiralplattenfibel entdeckt
  • 850-1050: Slawische Besiedlung. Der Name Smewitz – Smekewitz – später Schmöckwitz bedeutet: „am Schlangenort“
    Aus der mittelslawischen Zeit sind Häuser auf dem Großen und Kleinen Rohrwall nachgewiesen. Anlage eines Runddorfes für Alt Schmöckwitz. Spätere deutsche Besiedlung.
  • 1375: Erste Erwähnung von Smekewitz/Smewitz im Landbuch Karl IV.
    “Smewitz hat keine Hufen“ (Ackerland), 15 Häuser
    Fischfang, Bienenzucht, eine „taberna“ (Dorfkrug)
  • 1527: „Capella Schmeckwitz“ wird erwähnt
  • 1624: 48 Einwohner
  • 1648: „Das Dorf Schmöckwitz ist abgebrannt“ (Dreißigjähriger Krieg)
  • 1690:  Es wohnen wieder 13 Familien hier: 11 Fischer und Kossäten, 1 Krüger (in der heutigen Palme) und 1 Förster
  • 1699: Erste Eintragung im Kirchenbuch
  • 1709:  Johann Jacob Schulz in Berlin gießt eine neue Glocke für die Kirche
  • 1734: Die Kirche brennt ab
  • 1735: Eine neue Holzkirche wird eingeweiht
  • 1743: Erster Siedler von Rauchfangswerder ist Martin Barnack aus Zeuthen
  • bis 1751: Schmöckwitz ist eine Insel
  • 1770: Die Kirche ist einsturzgefährdet
  • 1782: Die Gemeinde Schmöckwitz erwirbt ein 72 Hektar großes Gelände nördlich des Orts, auf dem der Kolonist Kerstens
  • 1785: ein Bauerngut anlegt. Dieses Gut nennt er nach dem Namen seiner Ehefrau Karolinenhof.
  • 1798/99: Auf den Fundamenten der alten wird von Maurermeister Abraham Bocksfeld die neue Kirche errichtet
  • 1800: Schmöckwitz hat 115 Einwohner
  • 1815: Nach den Freiheitskriegen brennt die Holzbrücke ab
  • 1818: Die Brücke wird wieder aufgebaut
  • 1887-1891: Bau des Oder-Spree-Kanals
  • 1887:  Adlergestell und die Berliner Straße werden ausgebaut
  • 1890: Bankier Schappach beginnt mit dem Landkauf und
  • 1895: mit dem Ausbau von Karolinenhof als Villenkolonie. Das erste Haus in der Schappachstr. 16 steht heute unter Denkmalschutz. Die „Terraingesellschaft Carolinenhof“ parzelliert das Gebiet.
  • 1893: Gründung von Eichwalde
  • 1894: Schmöckwitz hat 252 Einwohner
  • 1899: Familie Peter erwirbt die „Palme“
  • 1901: In Karolinenhof stehen 13 Häuser
  • 1902: Ein großer Sturm auf dem Seddinsee fordert 30 Tote
  • 1908: Die neue Brücke wird eingeweiht
  • 1912: Die Wernsdorfer Chaussee wird ausgebaut und die „Uferbahn“ in Betrieb genommen
  • ab 1919: Am nördlichen Rand von Eichwalde Errichtung der Siedlung Schmöckwitz, insbesondere von Mitarbeitern der AEG und des Christlichen Vereins junger Männer
  • 1920: Schmöckwitz und Karolinenhof werden nach Groß-Berlin eingemeindet
  • 1928: Die S-Bahn wird von Grünau nach Eichwalde verlängert, dadurch verbessert sich die Verkehrsanbindung
  • 1942: Berliner Reifenwerk errichtet
  • 1953: Es wird ein für normale Bürger unpassierbarer Zaun zwischen der Siedlung Schmöckwitz und Eichwalde gezogen. Nach heftigen Protesten der Bürger wird er einige Monate später an den Grünauer Forst verlegt.

Den Stolz eines jeden Schmöckwitzers verletzt Fontane, indem er in seinen „Wanderungen durch die Mark Brandenburg; vierter Teil: Spreeland“ den Ort folgendermaßen beschrieb:

"Schmöckwitz, eine Art Kapitale dieser Gegenden, wirkt doch ganz nur wie ein Dünendorf an der Ostseeküste. Öd und ärmlich. Hinter Sandhügeln versteckt, in tiefen Löchern und Einschnitten liegen einzelne Häusergruppen, während sich alte und junge Kiefern, oft mehr waagerecht als aufrecht stehend, an den sandigen, mit Strandhafer überwachsenen Abhängen entlangziehen. .... Inmitten des Ganzen die Kirche, ein trister Bau, aus dem Anfang dieses oder vielleicht auch des vorigen Jahrhunderts....... In der Mitte der Kirche paradierte ein Kronleuchter, zum Andenken an die Jahre 13, 14 und 15 gestiftet. Er zeigte die Form einer Kosakenmütze und war mit einem in Blech geschnittenen Eisernen Kreuz geschmückt."

Auf dem Kirchfriedhof wurde - der Erzählung nach - auch der Fischer von Kahniswall begraben. Eine Geschichte, die Fontane in seinen "Wanderungen" eindrucksvoll beschrieb, die jedoch nicht der Wahrheit entspricht.
Danach verließ Kahnis 1806 den Wall an der Nordseite des Seddinsees sowie das Fährgeschäft mit seiner hübschen jungen Frau und den Kindern aus Eifersucht vor den Nansoutyschen Kürassieren und zog auf die Seddinsee-Insel Robins Eiland, wo er sehr einsam als Fischer sein Leben verbrachte. Er galt als Vorbild eines frommen Christen und wurde als eine Art "Heiliger" angesehen. Zu seinem Begräbnis 1850 kamen neben seiner Verwandtschaft die ganze Köpenicker Fischerzunft in dreißig Booten wie die Gemeinde Schmöckwitz selbst. Auf seinem Grabstein standen die Worte der Trauerpredigt geschrieben: "Ei, du frommer und getreuer Knecht, du bist über wenigem getreu gewesen, ich will dich über viel setzen; gehe ein zu deines Herren Freude."

Das ärmliche Outfit haben sowohl der Ort als auch die Kirche längst abgelegt. Seit 1900 bis heute wurden immer neue moderne Villen errichtet. Wassersportheime, Vereinshäuser und Gewebebetriebe vermehrten den bescheidenen Wohlstand der Bewohner. Viele Erholungssuchende sind willkommene Gäste unseres Ortes

Auch die Kirche präsentiert sich heute als schmuckes Kleinod, das manches Brautpaar anzieht.

 

Heraldische Visitenkarte des Ortsteils Schmöckwitz      Wappen 0102

Wann das Wappen von Schmöckwitz entstanden ist, lässt sich nicht mehr so genau sagen. Der Ort Schmöckwitz kann aber auf eine über 600-jährige Geschichte zurückblicken. Das Schild des Wappens ist göpelartig gespalten. Es zeigt vorn über blauem Wasser zwei Laubbäume und eine Fichte am grünen Rohrschilfufer mit silbernem Hintergrund. Vom Schildrand bricht das Heck eines roten Kahnes auf dem Wasser hervor. Es symbolisiert die wald- und wasserreiche Umgebung, die Schmöckwitz als Naherholungsgebiet beliebt machte und immer noch macht. Der Kahn steht symbolisch für den Fährbetrieb von und nach Schmöckwitz. Im hinteren blauen Feld ist ein senkrecht gestellter silberner Hecht. Er steht, wie auch bei den anderen Wappen schon, für den Haupterwerbszweig der ersten Siedler, den Fischfang. Der im silbernen Schildfuß befindliche Schiffsanker versinnbildlicht den Schiffsverkehr. Auf den Wasserweg vom Zeuthener See in den Langen See, an deren Zusammentreffen Schmöckwitz liegt, wurden viele Güter nach Berlin transportiert.

 

               

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